Geschichte

Gründung und Nachkriegsjahre 

Die Rechtsvorgängerin der Stiftung 20. Juli 1944, die „Stiftung Hilfswerk 20. Juli 1944“, wurde von den Stiftern Dr. Walter Bauer, Dr. Fabian von Schlabrendorff und Elisabeth-Gärtner Strünck 1947 gemeinsam mit Überlebenden und Angehörigen des Umsturzversuchs vom 20. Juli 1944 unter Mitwirkung des damaligen Bundespräsidenten Prof. Dr. Theodor Heuss und des späteren Bundestagspräsidenten Dr. Eugen Gerstenmaier in Nörten-Hardenberg, dem Wohnsitz von Carl Hans Graf von Hardenberg, gegründet. Zum Vorsitzenden des Kuratoriums wurde Emil Henk, in den Vorstand wurden Dr. Walter Bauer und Dr. Paul Collmer gewählt. Erste Leiterin der Stiftung war Renate Gräfin von Hardenberg. Wichtigstes Ziel des “Hilfswerks” war damals die materielle und seelische Unterstützung der Opfer des Nationalsozialismus, vor allem der Angehörigen und Hinterbliebenen der am 20. Juli 1944 beteiligten Widerstandskämpfer. Außerdem beriet die Stiftung diejenigen Hinterbliebenen, die sich in Prozessen gegen neonazistische Angriffe zur Wehr setzen mussten.

Nachfolger der Gründergeneration

Nach dem Tode Emil Henks 1971 wurde von 1971 bis 1989 der Theologe Dr. Eberhard Bethge Vorsitzender des Kuratoriums; den Vorstand bildeten Ludwig von Hammerstein, Dr. Reinhard Goerdeler und Dieter Thomas. 1989 übernahm Ludwig von Hammerstein den Kuratoriumsvorsitz, nach seinem Tod 1996 Dr. Rüdiger von Voß und 2009 Dr. Axel Smend.

Die derzeitigen Vorstandsmitglieder sind Prof. Dr. Robert von Steinau-Steinrück als Vorsitzender, Elisabeth Ruge, Moritz von Jagow, Annette von Schlabrendorff und Hans Speidel.

Die Geschäftsstelle leitet Melanie Frey.

Gertrud Lampe, Käthe Hilgenstock, Renate Scheffler und Tanja Czibulinski-Kühn waren die vorherigen Leiterinnen der Geschäftsstelle.


Nach dem 50. Jahrestag
1994 wurde im Stiftungsnamen auf das Wort „Hilfswerk“ verzichtet, da die finanzielle Unterstützung der Angehörigen nur noch einen kleinen Teil der Stiftungsaufgaben ausmachte. Zentrale Aufgabe der Stiftung ist heute die Weitergabe und Interpretation des Vermächtnisses des deutschen Widerstands, besonders des 20. Juli 1944. Hierbei stehen drei Zielgruppen im Vordergrund: Jugendliche, Soldaten der Bundeswehr und das Ausland. Dabei arbeitet die Gedenkstätte Deutscher Widerstand – sie ist die Geschäftsbesorgerin der Stiftung – eng mit der Stiftung zusammen und unterstützt diese. Die Stiftung bereitet gemeinsam mit der Bundesregierung die jährlichen Gedenkfeiern am 20. Juli in Berlin vor und führt sie durch. Diese Tradition wurde 1954 am 10. Jahrestag des 20. Juli 1944 mit der historischen Rede des Bundespräsidenten Theodor Heuss begründet und von seinen Nachfolgern, vor allem von Richard von Weizsäcker, Roman Herzog, Johannes Rau, Horst Köhler, Christian Wulff und Joachim Gauck, bis heute fortgesetzt.